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ETF: So erkennen Sie die Risiken!

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ETFs erfreuen sich großer Beliebtheit. Sogenannte ETFs (exchange-traded funds) haben einige Vorteile. Sie sind günstig, recht einfach und bieten die Möglichkeit, auf lange Zeit Kapital zu mehren. Das Prinzip ist denkbar simpel: ETFs bilden den Wert eines Aktienindex nach. Soll ein ETF beispielsweise den Wert des DAX nachbilden, würde er Aktien aus dem DAX enthalten. Sein Wert richtet sich also nach dem Wert des DAX. Weil es eine Vielzahl verschiedener Indizes gibt, kommt bei der ETF-Auswahl nie Langeweile auf. Als Kunde haben Sie den Vorteil, dass Sie nicht in mühsamer Kleinarbeit selber Aktien aussuchen müssen – der ETF ist damit ein Gesamtpaket. Einzahlen genügt, und schon haben Sie ein sehr breit gestreutes Investment mit überschaubarem Risiko und stetigem Vermögenswachstum.

Warnung vor der Blase

Weil das zu gut klingt, um wahr zu sein, haben ETFs auch ihre Kritiker. US-Investor Michael Burry beispielsweise sieht in ETFs eine Art Blase, weil sie sich nahezu ausschließlich auf große Unternehmen konzentrieren und kleinere Unternehmen, die nicht auf den Indizes vertreten sind, im Staub zurücklassen. Seiner Logik nach gewinnen ohnehin große Unternehmen damit überproportional an Zuwachs – sollte ein Index-Unternehmen implodieren, würde es gigantische Werte mit sich in den Abgrund reissen. In Deutschland durfte man eine solche Situation etwa beobachten, als Wirecard am 21. August 2020 sang- und klanglos aus dem DAX flog.

Außerdem wissen viele Kunden eines ETF nicht, in welche Aktien sie nun konkret investiert haben. Für die Manager des jeweiligen ETFs besteht deshalb die realistische Möglichkeit, Streuung mal ganz anders zu gestalten. Das ginge etwa so, dass einerseits in gigantische Unternehmen investiert wird – Alphabet, Facebook oder Amazon sind dafür klassische Beispiele. Andererseits erfolgt die Streuung bisweilen über Anteile an potenziellen Schrott-Unternehmen. So gibt es hoch bewertete Tech-Indizes mit Unternehmen, die noch keine Gewinne abgeworfen haben.

ETFs mit unklarer Zusammensetzung

Der Tech-Sektor ist dafür besonders geeignet, weil Investoren häufig noch sogenannten „Einhörnern“ hinterher jagen. Damit sind Unternehmen gemeint, die rasant den Markt aufwühlen und in kürzester Zeit ein Millionengeschäft aufbauen. Ein bekanntes Beispiel hierfür wäre etwa Uber. Das Problem ist, dass für jedes „Einhorn“ zig andere Unternehmen in diversen Garagen aufgebaut werden und im gleichen Tempo pleite gehen. Für ETF-Kunden ist mitunter nicht ersichtlich, ob der Wert Ihres Investments mitunter nicht allein von Amazon abhängt, während ein Großteil der Kapitalanlage in Pleitegeiern schlummert.

Eine ähnliche Situation gab es beispielsweise mit den CDOs der frühen 2000er Jahre. Banken hatten Kredite in Pakete verpackt und auf dem freien Markt angeboten. Diese Kreditpakete waren überwiegend sehr gut bewertet, weil stets einige zuverlässige Kreditnehmer darin enthalten waren. Dass die überwiegende Mehrheit der Kredite in solchen CDOs faul und praktisch wertlos waren, fiel erst dann auf, als der Markt 2007 in sich zusammenfiel und ein Loch von 5 Trillionen Dollar in die Weltwirtschaft riss.

Es hat seinen Grund, warum ETFs so beliebt sind. Für Kunden sind die Wertpakete einfach, relativ sicher und allemal besser, als sein Geld in die Matratze zu vernähen. Allein schon deshalb mag auch ich die Index-Fonds nicht verteufeln. Trotzdem sollten Sie, falls Sie in ein ETF investieren wollen, die genaue Zusammensetzung des Pakets unter die Lupe nehmen. Mitunter kann dabei die ein oder andere Überraschung aufkommen.

Für weitere Fragen hinterlassen Sie mir bitte am Ende des Beitrags einen Kommentar oder setzen Sie sich per Direktnachricht (Kontaktformular) mit mir in Verbindung.
In jedem Fall erhalten Sie schnellst möglich eine Antwort von mir.

Mit den besten Grüßen
Christian Ulrich LL.B.

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