Hautkrebs: Die unterschätzte Gefahr

Der Sommer bringt neben sonnigem Wetter und Urlaubsstimmung auch eine nicht unerhebliche Gefahr mit sich: UV-Strahlung auf der ungeschützten Haut. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass Sonnencreme am Strand Pflicht ist. Weniger bekannt ist, dass der gefürchtete Hautkrebs die häufigste Krebsart in der Bundesrepublik ist.

Wenn von Hautkrebs gesprochen wird, ist meist das sogenannte „Maligne Melanom“ gemeint. Dieser „Schwarze Hautkrebs“ kann sich überall auf der Körperoberfläche bilden und wird anfangs häufig mit einem harmlosen Leberfleck oder Muttermal verwechselt. Verändert der Fleck seine Farbe, wächst er im Laufe der Zeit oder beginnt zu jucken, kann das ein Warnsignal sein. Neben dem schwarzen Hautkrebs gibt es außerdem den häufigeren Weißen Hautkrebs. Dieser ist zwar deutlich ungefährlicher, kann aber unangenehme Blutungen mit sich bringen und in tiefere Gewebeschichten wachsen. Andere Krebsarten können zudem in andere Körperregionen streuen. Mit Hautkrebs – egal welcher Form – ist deshalb nicht zu spaßen.

Wie andere Krebsarten auch durchläuft der Schwarze Hautkrebs vier Stadien. Der Therapieerfolg hängt maßgeblich davon ab, wie früh der Krebs entdeckt und behandelt wird. Ab dem dritten Stadium streut das Melanom nämlich Metasten in andere Körperregionen, die dann Organe wie das Herz befallen können. Ist es erstmal so weit gekommen, sinken die Überlebenschancen dramatisch und liegen im vierten Stadium bei gerade einmal 10%.

TK-Studie zu Hautkrebs: Düstere Zahlen

Mit ihrem „Hautkrebsreport 2019“ hat die Techniker Krankenkasse dem Hautkrebs einiges an Öffentlichkeit beschert. Für die Untersuchung wurden die Daten von über 11 Millionen Versicherten herangezogen. Die Zahlen offenbaren, wie groß das Problem ist.

Denn der Hautkrebs ist hierzulande nicht nur die häufigste Krebsart, seine Häufigkeit nimmt sogar ständig zu. Aktuell liegt die Zahl der Neuerkrankungen 270.000 jährlich; in knapp 14% aller Fälle handelt es sich um ein Malignes Malinom. Im Länderschnitt führt Nordrhein-Westfalen die Liste der neuen Fälle an, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Kurioserweise erkranken bis zu einem Alter von 60 Jahren Frauen häufiger an Hautkrebs als Männer. Das könnte an verändertem Freizeitverhalten liegen.

Denn der Grund für die stetige Zunahme der Neuerkrankungen ist nicht eindeutig gesichert – es steht allerdings die Vermutung im Raum, dass insbesondere der Besuch im Solarium und das Sonnenbaden wichtige Faktoren sind. Der jährliche Urlaub auf Mallorca oder an den Stränden Italiens tut sein Übriges.

Früherkennung rettet Leben

Schwarzer Hautkrebs im ersten Stadium hat eine Überlebensrate auf 5 Jahre von 90%. Die rechtzeitige Erkennung kann hier also den Unterschied zwischen Leben und Tod machen. Dafür sind viele versicherte scheinbar nicht sensibilisiert. Laut TK gehen nur 20% der gesetzlich versicherten regelmäßig zur Hautkrebsuntersuchung, obwohl sie ihnen – je nach Versicherer – ab dem 20. Lebensjahr alle 2 Jahre zusteht. Dabei ist das Screening recht schnell und unkompliziert. Der behandelnde Arzt nimmt dabei jeden Hautfleck unter die Lupe und untersucht gegebenenfalls verdächtige Auswüchse. Schmerzen gibt es bei der Untersuchung nicht. In den letzten Jahren sind die Untersuchungsmethoden durchgängig genauer geworden und laufen mittlerweile computergestützt.

Vorsorge ist alles

Schwarzer Hautkrebs ist eine schwere Krankheit und kann Betroffene völlig aus der Bahn werfen, Zukunftspläne zunichte machen und schlimmstenfalls tödlich enden. Ob Sie für Haukrebs prädestiniert sind, hängt von vielen Faktoren ab. Genetische Veranlagung in der Familiengeschichte spielt hier ebenso eine Rolle wie Sommersprossen, rote Haare oder die Neigung zu häufigen Sonnenbränden. Letztendlich hängt Ihr individuelles Hautkrebsrisiko auch von ihrem persönlichen Lebenswandel ab. Wie erwähnt, sind insbesondere Sonnenbäder und das Solarium Risikofaktoren. Ein Sonnenbrand verschwindet nach wenigen Tagen von selbst, kann dabei aber unsichtbare Spuren hinterlassen. Bis zum Ausbruch der Krankheit können bis zu 20 Jahre vergehen.

Darum die dringende Empfehlung: Geniessen Sie Ihren Sommer mit einem vernünftigen UV-Schutz. Nehmen Sie sich die Zeit, einen Termin beim Hausarzt zu machen. Eine kurze Untersuchung alle zwei Jahre kann lebensrettend sein.

Haben Sie Fragen zu Ihrer persönlichen Vorsorge und Ihrer individuellen Arbeitskraftabsicherung? Hinterlassen Sie mir einen Kommentar oder nehmen Sie Kontakt auf!

Mit den besten Grüßen aus Recklinghausen
Christian Ulrich LL.B.

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