Geldanlagen

Infla­ti­ons­ra­te frisst Erspar­tes: Über Hoch­rech­nun­gen und rea­le Wer­te!

Die Infla­ti­on nagt beharr­lich an unse­rem Erspar­ten: Wie aus 177.000 DM in Win­des­ei­le 42.626,02 Euro wer­den kön­nen? Erfah­ren Sie anhand (m)eines kon­kre­ten Falls, wel­chen rea­len Wert eine Aus­zah­lung hat, die in 10, 20, 30 oder erst in 40 Jah­ren erfolgt!

Sie haben die Lösung bereits vor Augen?

Dubio­se Kapi­tal­an­la­gen, Geld beim Day­tra­ding (kurz­fris­ti­ger spe­ku­la­ti­ver Han­del mit Wert­pa­pie­ren) ver­zo­cken, Schu­he kau­fen oder der­glei­chen? Völ­lig dane­ben!

Der Lösungs­an­satz geht in eine völ­lig ande­re Rich­tung: Das Zau­ber­wort heißt pre­sent value, bes­ser bekannt als Bar­wert oder Gegen­stands­wert.
Der Bar­wert bezeich­net den Wert, den zukünf­ti­ge Zah­lun­gen in der Gegen­wart besit­zen.

Ein Blick zurück

Als ich mich mit dem The­ma Alters­ver­sor­gung – ich war damals 20 Jah­re alt und ging gera­de zur Bun­des­wehr – beschäf­tig­te, hat­te ich ohne Wis­sen um Alter­na­ti­ven im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes eine KLV (kap­t­al­bil­den­de Lebens­ver­si­che­rung) aufs Auge gedrückt bekom­men.
Mein dama­li­ger Ban­ker war da recht forsch am Werk: “Ken­nen Sie das? Hat doch jeder!”

Das Ver­kaufs­ge­spräch

war kurz: Über Hoch­rech­nun­gen und pure Emo­tio­nen: Mit einem garan­tier­ten Ablauf­er­geb­nis von ca. 177.000 DM fühl­te ich mich wie ein König. Eine gigan­ti­sche Zahl – Sechs­stel­lig – da kann ja nichts schief gehen, mein­te ich. Weit gefehlt!

Ein­füh­rung des Euros

Mit der Ein­füh­rung des Euro im Jah­re 2002 wur­de ich zum ers­ten Mal unru­hig.
Der Blick in den Ver­trag offen­bar­te das Dilem­ma. Denn 177.000 DM fühl­ten sich ein­deu­tig bes­ser an als knapp 90.500 Euro (Umrech­nungs­fak­tor 1,95583 DM/Euro).

Was bleibt nach 40 Jah­ren?

Nun wol­len wir die Gefüh­le wie­der bei­sei­te stel­len und uns den rea­len Wert genau­er anschau­en.
Die Aus­zah­lung soll­te bereits mit mei­nem 60.igsten Lebens­jahr erfol­gen. Dazwi­schen lagen – nach Adam Ries – genau 40 Jah­re.

Die schlimms­te Steu­er auf den Besitz von Geld ist die Infla­ti­on. (Hel­mut Schle­sin­ger)

Geplatz­te Illu­sio­nen

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ermit­tel­te zwar für das Jahr 2013 eine Infla­ti­ons­ra­te von 1,5 Pro­zent und für das Jahr zuvor 2,0 Pro­zent – aber: Betrach­ten wir, wie die Infla­ti­on anhand eines Waren­korbs berech­net wird, dann kann man nur dem Kopf schüt­teln. Denn der Waren­korb bil­det nicht die Rea­li­tät ab!
Dass die Infla­ti­on bis­her so nied­rig erscheint bzw. aus­ge­blie­ben ist, kann nur jemand behaup­ten, der kei­ne Woh­nung, kei­nen Strom und kei­ne Hei­zung braucht, nicht tankt und auch nichts isst. Der durch­schnitt­li­che Bun­des­bür­ger gibt indes das meis­te Geld für Woh­nen, Ener­gie und Essen aus. Und die Prei­se dafür sind seit Jah­ren stark ange­stie­gen; weit über die hier genann­te (Inflations-)Rate hin­aus.

Aus 177.000 DM wer­den 42.626 Euro

Und wie lan­ge bit­te schön, soll ich davon leben kön­nen?
Grob über­schla­gen: Wenn Monat für Monat 1.500 Euro aus­be­zahlt wer­den, ist nach ca. 28 Mona­ten Schluss – kein Geld mehr übrig. Also, in mei­nem Bei­spiel, im Alter von 62 1/2 Jah­ren!
Dass das vor­ne und hin­ten nicht rei­chen wür­de, leuch­tet ein. Und glück­li­cher Wei­se habe ich die­se Erkennt­nis früh gewon­nen.
Ich habe die kapi­tal­bil­den­de Lebens­ver­si­che­rung bereits ein Jahr nach Ver­trags­ab­schluss gekün­digt. Alter­na­ti­ve: Invest­ment­fonds.

Fazit

Alle in der Zukunft lie­gen­de Zah­lun­gen soll­ten aus die­sem Grun­de dis­kon­tiert wer­den (abzin­sen, wie oben gesche­hen), um so die rea­len Wer­te „sicht­bar bzw. greif­bar“ zu machen.
Das hat sogar die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung erkannt und weist in den Ren­ten­be­schei­den aus­drück­lich dar­auf hin:

Bei der ergän­zen­den Alters­vor­sor­ge soll­ten Sie – wie bei Ihrer zu erwar­ten­den Ren­te – den Kauf­kraft­ver­lust beach­ten. (Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung).

Für wei­te­re Fra­gen hin­ter­las­sen Sie mir bit­te am Ende des Bei­trags einen Kom­men­tar oder Sie ver­ein­ba­ren direkt ein kos­ten­frei­es Erst­ge­spräch. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich per Direkt­nach­richt (oder Mit­tels Kon­takt­for­mu­lar) mit mir in Ver­bin­dung set­zen.

In jedem Fall erhal­ten Sie schnellst mög­lich eine Ant­wort von mir.

Mit den bes­ten Grü­ßen
Chris­ti­an Ulrich LL.B., M.A.

Tags: Barwert, Inflation, Kaufkraftverlust, Preissteigerung, present value

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