Versicherungen

Unfall: Wann zahlt die pri­va­te Inva­li­di­täts­ver­si­che­rung?

Ein Unfall kann schnell pas­sie­ren – ob auf der Arbeit oder daheim, ein klei­nes oder gro­ßes Mal­heur kommt hin und wie­der vor. Gut, wenn bei der Kos­ten­fra­ge im Zwei­fels­fall die Unfall­ver­si­che­rung ein­springt – oder?

Der Trick mit der (irre­füh­ren­den) Bezeich­nung

Tat­säch­lich ist Unfall nicht gleich Unfall, denn was vie­le Deut­sche in ihren Schub­la­den haben ist eine Inva­li­di­täts­ver­si­che­rung. War­um ein sol­ches Paket trotz­dem als Unfall­ver­si­che­rung ver­kauft wird, ist leicht erklärt: Die Grund­vor­aus­set­zung für den Emp­fang einer sol­chen Leis­tung ist ein Unfall, also eine unfrei­wil­li­ge Schä­di­gung. Recht­lich gese­hen reicht das aus, ein Blick auf die wei­te­ren Bedin­gun­gen aller­dings ver­rät, dass an den Unfall eine gan­ze Rei­he Vor­aus­set­zun­gen gekop­pelt sind.

Wann zahlt die pri­va­te Inva­li­di­täts­ver­si­che­rung?

Aus den Ver­trags­be­din­gun­gen einer sol­chen Unfall­ver­si­che­rung ergibt sich zunächst eine logi­sche Defi­ni­ti­on für das Unfall­ereig­nis selbst:

Ein Unfall liegt vor, wenn die ver­si­cher­te Per­son durch ein plötz­lich von außen auf ihren Kör­per ein­wir­ken­des Ereig­nis […] unfrei­wil­lig eine Gesund­heits­schä­di­gung erlei­det.

Zu einem Unfall­ereig­nis zäh­len zum Bei­spiel Ris­se an Seh­nen, Bän­dern oder Mus­keln. Eini­ge Absät­ze spä­ter kon­kre­ti­siert das Doku­ment aller­dings fol­gen­der­ma­ßen:

Die kör­per­li­che oder geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son ist unfall­be­dingt dau­er­haft beein­träch­tigt (Inva­li­di­tät). Eine Beein­träch­ti­gung ist dau­er­haft, wenn sie vor­aus­sicht­lich län­ger als 3 Jah­re bestehen wird und eine Ände­rung des Zustan­des nicht erwar­tet wer­den kann.

Hier offen­ba­ren sich bereits ers­te Pro­ble­me mit den Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen, denn Schä­den, die nicht per­ma­nent oder min­des­tens 3 Jah­re lang Pro­ble­me berei­ten, wer­den von der Ver­si­che­rung gar nicht erst gedeckt. Ein Sport­un­fall mit einem Monat Heil­pha­se fällt da aus dem Leis­tungs­spek­trum bereits her­aus.

Hohe Hür­den

Selbst bei Beein­träch­ti­gun­gen, die mehr als drei Jah­re bestehen wer­den, sind kla­re Abstu­fun­gen defi­niert. Das Leis­tungs­spek­trum in Pro­zent der Ver­si­che­rungs­sum­me ergibt sich bei­spiel­haft in einem Ver­trag wie folgt:

Bei Ver­lust oder völ­li­ger Funk­ti­ons­un­fä­hig­keit der nach­ste­hend genann­ten Kör­per­tei­le oder Sin­nes­or­ga­ne gel­ten aus­schließ­lich fol­gen­de Inva­li­di­täts­gra­de:

  • Arm – 70%

  • Arm bis ober­halb des Elle­bo­gen­ge­lenks – 65%

  • Arm unter­halb des Elle­bo­gen­ge­lenks – 60%

Der per­ma­nen­te Ver­lust des Geschmacks­sinns ist immer­hin noch 5% der Ver­si­che­rungs­sum­me wert.

Sta­tis­tisch unwahr­schein­lich

Klar: Eine völ­li­ge Funk­ti­ons­un­fä­hig­keit des Arms kommt lei­der hin und wie­der vor. Ver­rückt machen soll­ten Sie sich den­noch nicht – sta­tis­tisch gese­hen ist das Risi­ko einer schwe­ren Krank­heit oder Berufs­un­fä­hig­keit deut­lich höher. Eine gut durch­dach­te Absi­che­rung ist in die­sen Fäl­len sinn­vol­ler. Soll­ten Sie den­noch mit einer Unfall­ver­si­che­rung lieb­äu­geln, wer­fen Sie vor Abschluss bit­te einen genau­en Blick in die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen – Ver­si­che­rer grei­fen nicht ohne Grund auf Begriff­lich­kei­ten wie “Unfall­ver­si­che­rung” zurück, denn inva­li­de wer­den im Schnitt die wenigs­ten von uns.

Für wei­te­re Fra­gen hin­ter­las­sen Sie mir bit­te am Ende des Bei­trags einen Kom­men­tar oder Sie ver­ein­ba­ren direkt ein kos­ten­frei­es Erst­ge­spräch. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich per Direkt­nach­richt (oder Mit­tels Kon­takt­for­mu­lar) mit mir in Ver­bin­dung set­zen.

In jedem Fall erhal­ten Sie schnellst mög­lich eine Ant­wort von mir.

Mit den bes­ten Grü­ßen
Chris­ti­an Ulrich LL.B., M.A.

Tags: Berufsunfähigkeit, Invalidität, Invaliditätsversicherung, Schwere Krankheiten, Unfall, Unfallversicherung

Wei­te­re Infos

Betrieb­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung: Mit­ar­bei­ter rich­tig schüt­zen!
Krebs: Schlei­chen­des Unheil!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

nachhaltig. transparent. erklärt.