Geldanlagen

Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal: Fos­si­le Ren­di­te? Nicht für mei­ne Ren­te!

Die Bun­des­re­gie­rung plant, mit dem soge­nann­ten Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal die gesetz­li­che Ren­te durch staat­li­che Geld­an­la­gen lang­fris­tig zu sta­bi­li­sie­ren. Doch das vor­ge­leg­te Gesetz ent­hält gra­vie­ren­de Lücken: Es feh­len kla­re Anla­ge­kri­te­ri­en, die sicher­stel­len, dass die Ren­ten-Mil­li­ar­den nach­hal­tig und men­schen­rechts­kon­form inves­tiert wer­den. Ohne eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung droht das Geld in kli­ma­schäd­li­che und men­schen­recht­lich bedenk­li­che Unter­neh­men zu flie­ßen – auf Kos­ten der kom­men­den Gene­ra­tio­nen.

War­um das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal nach­hal­ti­ge Leit­li­ni­en braucht

Der aktu­el­le Gesetz­ent­wurf zur Ein­füh­rung des Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tals ent­hält kei­ne ver­bind­li­chen Rege­lun­gen zur öko­lo­gi­schen und sozia­len Nach­hal­tig­keit der Inves­ti­tio­nen. Statt­des­sen sol­len die zustän­di­gen Minis­te­ri­en erst nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes Richt­li­ni­en für die Kapi­tal­an­la­ge aus­ar­bei­ten. Das birgt enor­me Risi­ken:

  • Inves­ti­tio­nen in fos­si­le Unter­neh­men: Die Gefahr besteht, dass Mil­li­ar­den­be­trä­ge in Kohle‑, Öl- und Gas­un­ter­neh­men flie­ßen – Kon­zer­ne, die ihre fos­si­len Geschäfts­mo­del­le wei­ter aus­bau­en und damit den Kli­ma­schutz tor­pe­die­ren.
  • Finan­zie­rung von Umwelt­zer­stö­rung und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen: Ohne kla­re Vor­ga­ben könn­ten Gel­der in Unter­neh­men flie­ßen, die Arbeits- und Men­schen­rech­te miss­ach­ten oder von der Zer­stö­rung natür­li­cher Lebens­räu­me pro­fi­tie­ren.
  • Lang­fris­ti­ge Abhän­gig­keit von fos­si­len Ener­gien: Neue fos­si­le Infra­struk­tur wie Ölfel­der, Pipe­lines oder Gas­kraft­wer­ke führt zu einem jahr­zehn­te­lan­gen „Lock-in“ und blo­ckiert die Ener­gie­wen­de.

Das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal darf nicht die Feh­ler der Ver­gan­gen­heit wie­der­ho­len. Es muss in nach­hal­ti­ge, zukunfts­si­che­re Unter­neh­men und Pro­jek­te inves­tiert wer­den, die mit den Pari­ser Kli­ma­zie­len und inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­stan­dards im Ein­klang ste­hen.

KEN­FO: Ein unge­eig­ne­ter Ver­wal­ter für das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal?

Die Ver­wal­tung des Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tals soll die KEN­FO-Stif­tung über­neh­men – der Fonds zur Finan­zie­rung der kern­tech­ni­schen Ent­sor­gung. Eine Ana­ly­se von Urge­wald e.V. zeigt jedoch, dass KEN­FO bis­her in erheb­li­chem Umfang fos­si­le Unter­neh­men finan­ziert:

  • 114 fos­si­le Unter­neh­men mit einem Gesamt­vo­lu­men von 764 Mil­lio­nen Euro
  • Groß­in­ves­ti­tio­nen in Shell (74 Mio. €), Total Ener­gies (67 Mio. €) und BP (62 Mio. €) – alle­samt Unter­neh­men, die ihre fos­si­le För­de­rung wei­ter aus­bau­en

Die aktu­el­len Inves­ti­ti­ons­prak­ti­ken von KEN­FO ste­hen im kla­ren Wider­spruch zu einer kli­ma­freund­li­chen Anla­ge­stra­te­gie. Die Bun­des­re­gie­rung muss sicher­stel­len, dass die Ver­wal­tung des Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tals nicht erneut in umwelt- und kli­ma­schäd­li­che Struk­tu­ren inves­tiert.

Unse­re For­de­rung: Nach­hal­tig­keit als gesetz­li­ches Anla­ge­kri­te­ri­um

Um sicher­zu­stel­len, dass das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal zukunfts­fä­hig und gene­ra­tio­nen­ge­recht inves­tiert wird, for­dern wir vom Bun­des­tag:

  • Kla­re Aus­schluss­kri­te­ri­en für fos­si­le Unter­neh­men: Kein Geld für Kon­zer­ne, die neue Kohle‑, Öl- und Gas­pro­jek­te pla­nen oder kei­ne glaub­wür­di­ge Kli­ma­stra­te­gie ver­fol­gen.
  • Ver­pflich­ten­de Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en für alle Inves­ti­tio­nen: Neben Sicher­heit, Liqui­di­tät und Ren­di­te muss Nach­hal­tig­keit als vier­ter Grund­satz gesetz­lich ver­an­kert wer­den – wie bereits in Baden-Würt­tem­berg umge­setzt.
  • Trans­pa­renz und demo­kra­ti­sche Kon­trol­le: Alle Inves­ti­tio­nen müs­sen öffent­lich doku­men­tiert und von einem unab­hän­gi­gen Gre­mi­um geprüft wer­den.

Nur so kann sicher­ge­stellt wer­den, dass das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal tat­säch­lich im Sin­ne der jun­gen und zukünf­ti­gen Gene­ra­tio­nen ange­legt wird – und nicht als kli­ma­schäd­li­ches Sub­ven­ti­ons­pro­gramm für fos­si­le Kon­zer­ne endet.

Jetzt han­deln: Unter­stüt­ze die Peti­ti­on!

Die Zukunft der gesetz­li­chen Ren­te darf nicht auf Kos­ten von Umwelt, Kli­ma und Men­schen­rech­ten finan­ziert wer­den. Des­halb for­dern wir die Bun­des­re­gie­rung auf, Nach­hal­tig­keit als gesetz­lich ver­bind­li­ches Anla­ge­kri­te­ri­um für das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal fest­zu­le­gen.

Unter­stüt­ze unse­re For­de­rung und unter­schrei­be die Peti­ti­on: Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal: Fos­si­le Ren­di­te? Nicht für mei­ne Ren­te!

Erhe­ben Sie Ihre Stim­me für eine gene­ra­tio­nen­ge­rech­te Alters­vor­sor­ge!

Mit bes­ten Grü­ßen
Chris­ti­an Ulrich LL.B., M.A.

Quel­len:

  • Bun­des­re­gie­rung – Geset­zes­ent­wurf zum Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal

    • Offi­zi­el­le Infor­ma­tio­nen der Bun­des­re­gie­rung zum geplan­ten Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal (www.bundesregierung.de)
  • Urge­wald e.V. – Ana­ly­se der KEN­FO-Inves­ti­tio­nen in fos­si­le Unter­neh­men

    • Unter­su­chung der fos­si­len Betei­li­gun­gen des KEN­FO-Fonds (Stand Ende 2023, www.urgewald.org)
  • Sus­tainable Finan­ce Bei­rat der Bun­des­re­gie­rung

  • Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men (UNFCCC)

    • Völ­ker­recht­lich bin­den­des Abkom­men zur Reduk­ti­on der Treib­haus­gas­emis­sio­nen (www.unfccc.int)
  • BaFin – Nach­hal­ti­ge Finanz­an­la­gen und gesetz­li­che Vor­ga­ben

    • Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht über ESG-Kri­te­ri­en in der Kapi­tal­an­la­ge (www.bafin.de)
  • Baden-Würt­tem­berg: Gesetz zur nach­hal­ti­gen Finanz­an­la­ge

    • Umset­zung des „magi­schen Vier­ecks“ (Sicher­heit, Ren­di­te, Liqui­di­tät, Nach­hal­tig­keit, www.baden-wuerttemberg.de)
  • WeAct-Peti­ti­on: Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal – Fos­si­le Ren­di­te? Nicht für mei­ne Ren­te!

    • Kam­pa­gne zur Durch­set­zung nach­hal­ti­ger Anla­ge­kri­te­ri­en für das Gene­ra­tio­nen­ka­pi­tal (Zur Peti­ti­on)
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