GeldanlagenVersicherungen

Hit­ze­schä­den in Mil­li­ar­den­hö­he: Was Kli­ma­wan­del für Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und nach­hal­ti­ge Invest­ments bedeu­tet!

Hit­ze, Dür­re und Nied­rig­was­ser sind längst nicht mehr nur Wet­ter­phä­no­me­ne. Sie ent­wi­ckeln sich zuneh­mend zu einem wirt­schaft­li­chen Fak­tor. Eine aktu­el­le Ana­ly­se von Green­peace bezif­fert die volks­wirt­schaft­li­chen Kos­ten des Extrem­som­mers 2026 in Deutsch­land auf rund 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro. Der MDR griff die­se Berech­nung auf und stell­te sie zugleich einer poli­ti­schen Kon­tro­ver­se über Bedeu­tung und Ursa­chen des Kli­ma­wan­dels gegen­über.

Die kon­kre­te Scha­dens­sum­me ist eine Schät­zung und kei­ne abschlie­ßen­de volks­wirt­schaft­li­che Bilanz. Der grund­le­gen­de Zusam­men­hang ist jedoch deut­lich brei­ter wis­sen­schaft­lich belegt: Hit­ze­wel­len beein­träch­ti­gen Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät und Gesund­heit, Dür­ren belas­ten Land­wirt­schaft und Infra­struk­tur, Nied­rig­was­ser kann Trans­port und Ener­gie­ver­sor­gung beein­träch­ti­gen und Extrem­wet­ter ver­ur­sacht erheb­li­che Sach­schä­den.

Die­se Ent­wick­lung betrifft auch zwei Berei­che, die für Ver­brau­cher und Anle­ger unmit­tel­bar rele­vant sind: Ver­si­che­run­gen und Kapi­tal­an­la­ge.

Stei­gen­de Kli­ma­ri­si­ken kön­nen mit­tel- und lang­fris­tig Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge beein­flus­sen. Gleich­zei­tig wächst der Inves­ti­ti­ons­be­darf für Kli­ma­schutz, Ener­gie­ef­fi­zi­enz, erneu­er­ba­re Ener­gien und Anpas­sungs­tech­no­lo­gien – und damit die stra­te­gi­sche Bedeu­tung nach­hal­ti­ger Invest­ments.

Wich­tigs­te Erkennt­nis­se auf einen Blick

  • Green­peace schätzt die Kos­ten des Extrem­som­mers 2026 in Deutsch­land auf 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro. Die Ana­ly­se ver­steht die­se Sum­me als kon­ser­va­ti­ve Modell­rech­nung und nicht als end­gül­ti­ge Scha­dens­bi­lanz.
  • Hit­ze ver­ur­sacht wirt­schaft­li­che Kos­ten weit über klas­si­sche Gebäu­de­schä­den hin­aus: Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te, Gesund­heits­kos­ten, Ern­te­aus­fäl­le, Nied­rig­was­ser und Infra­struk­tur­schä­den gehö­ren dazu.
  • Der Deut­sche Wet­ter­dienst weist einen deut­li­chen Ein­fluss des men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­dels auf extre­me Hit­ze nach.
  • Stei­gen­de Scha­den­ri­si­ken kön­nen mit­tel­bar zu höhe­ren Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen füh­ren. Die euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sicht EIOPA erwar­tet lang­fris­tig stei­gen­de risi­ko­ba­sier­te Prä­mi­en bei zuneh­men­den Kli­ma­ri­si­ken.
  • Nicht jedes Jahr muss ein Rekord­scha­den­jahr sein. Ent­schei­dend für Ver­si­che­rer ist die lang­fris­ti­ge Ver­än­de­rung von Häu­fig­keit und Inten­si­tät der Risi­ken.
  • Die öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on benö­tigt erheb­li­che Inves­ti­tio­nen. Davon kön­nen Unter­neh­men in den Berei­chen erneu­er­ba­re Ener­gien, Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Net­ze, Spei­cher, Was­ser, Gebäu­de­sa­nie­rung und Kli­ma­an­pas­sung struk­tu­rell pro­fi­tie­ren.
  • Nach­hal­ti­ge Geld­an­la­geKli­ma­wan­del: Natur­ka­ta­stro­phen trei­ben Schä­den auf Rekord­ni­veau! bedeu­tet jedoch kei­ne auto­ma­ti­sche Mehr­ren­di­te. Qua­li­tät, Bewer­tung, Diver­si­fi­ka­ti­on und Green­wa­shing-Risi­ken blei­ben ent­schei­dend.

Zusam­men­fas­sung des Bei­trags

Der Extrem­som­mer 2026 macht sicht­bar, dass Kli­ma­wan­del zuneh­mend auch ein wirt­schaft­li­ches The­ma ist. Green­peace schätzt die volks­wirt­schaft­li­chen Schä­den durch Hit­ze, Dür­re und Nied­rig­was­ser auf 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro. Die genaue Sum­me ist modell­ab­hän­gig, doch unab­hän­gi­ge Unter­su­chun­gen von Deut­schem Wet­ter­dienst und Umwelt­bun­des­amt bestä­ti­gen die zuneh­men­de Bedeu­tung extre­mer Hit­ze und deren Fol­gen für Pro­duk­ti­vi­tät und Wirt­schaft. Für Ver­si­che­run­gen bedeu­tet dies lang­fris­tig stei­gen­de Scha­den­ri­si­ken, die sich auf Bei­trä­ge, Selbst­be­tei­li­gun­gen und Ver­si­cher­bar­keit aus­wir­ken kön­nen. Gleich­zei­tig ent­ste­hen erheb­li­che Inves­ti­ti­ons­be­dar­fe für Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung. Nach­hal­ti­ge Kapi­tal­an­la­gen kön­nen Anle­gern ermög­li­chen, an die­ser Trans­for­ma­ti­on teil­zu­neh­men und Kapi­tal gezielt in zukunfts­ori­en­tier­te Geschäfts­mo­del­le zu len­ken.

Fak­ten­ba­sis die­ses Bei­trags

  • Anlass: MDR-Bericht über die wirt­schaft­li­chen Fol­gen des Extrem­som­mers 2026 und die poli­ti­sche Kon­tro­ver­se um deren Ein­ord­nung
  • Green­peace-Schät­zung: 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro volks­wirt­schaft­li­che Kos­ten durch Hit­ze, Dür­re und Nied­rig­was­ser im Som­mer 2026
  • Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te laut Green­peace: rund 10,8 Mil­li­ar­den Euro
  • Gesund­heits­kos­ten laut Green­peace: rund 1,54 Mil­li­ar­den Euro zusätz­lich
  • Wis­sen­schaft­li­che Ein­ord­nung: Deut­scher Wet­ter­dienst und Umwelt­bun­des­amt doku­men­tie­ren zuneh­men­de Hit­ze sowie wirt­schaft­li­che Fol­gen hoher Tem­pe­ra­tu­ren
  • Ver­si­che­rungs­wirt­schaft: EIOPA erwar­tet bei stei­gen­den phy­si­schen Kli­ma­ri­si­ken lang­fris­tig stei­gen­de risi­ko­ba­sier­te Ver­si­che­rungs­prä­mi­en
  • Kapi­tal­an­la­ge: EZB und ESMA wei­sen auf erheb­li­che Inves­ti­ti­ons­be­dar­fe und die wach­sen­de Bedeu­tung von Kli­ma- und Trans­for­ma­ti­ons­ri­si­ken an Finanz­märk­ten hin

36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro: Was hin­ter der Zahl steckt

Green­peace bezif­fert die volks­wirt­schaft­li­chen Schä­den des Extrem­som­mers 2026 in Deutsch­land auf 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro. Das ent­sprä­che etwa 0,8 bis 0,9 Pro­zent der jähr­li­chen deut­schen Wirt­schafts­leis­tung.

Die Berech­nung umfasst deut­lich mehr als unmit­tel­bar sicht­ba­re Sach­schä­den. Berück­sich­tigt wer­den unter ande­rem:

  • Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te durch Hit­ze,
  • Arbeits­aus­fäl­le,
  • zusätz­li­che Gesund­heits­kos­ten,
  • Ern­te­aus­fäl­le,
  • Fol­gen von Dür­re,
  • Nied­rig­was­ser und damit ver­bun­de­ne Pro­duk­ti­ons- und Trans­port­pro­ble­me sowie
  • wei­te­re indi­rek­te volks­wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen.

Allein für Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te und Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­le kal­ku­liert die Green­peace-Ana­ly­se rund 10,8 Mil­li­ar­den Euro. Zusätz­li­che Belas­tun­gen des Gesund­heits­sys­tems wer­den mit etwa 1,54 Mil­li­ar­den Euro bezif­fert.

Wich­tig ist die Ein­ord­nung: Die Berech­nung basiert teil­wei­se auf Modell­an­nah­men und Erfah­run­gen frü­he­rer Extrem­jah­re. Green­peace selbst bezeich­net die Ana­ly­se nicht als abschlie­ßen­de Bilanz. Eini­ge Aus­wir­kun­gen kön­nen bis­lang nicht belast­bar quan­ti­fi­ziert wer­den.

Die Zahl von 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro soll­te daher als Schät­zung ver­stan­den wer­den – nicht als exakt fest­ge­stell­ter Gesamt­scha­den.

Poli­ti­sche Kon­tro­ver­se ersetzt kei­ne Risi­ko­be­wer­tung

Der MDR-Bei­trag stellt der Green­peace-Bewer­tung poli­ti­sche Aus­sa­gen gegen­über, nach denen der Som­mer weni­ger außer­ge­wöhn­lich ein­ge­ord­net wird und Kli­ma­po­li­tik eine gerin­ge­re Prio­ri­tät erhal­ten soll­te.

Sol­che poli­ti­schen Bewer­tun­gen gehö­ren zur gesell­schaft­li­chen Debat­te. Für Ver­si­che­rer, Unter­neh­men und Anle­ger ist jedoch eine ande­re Fra­ge ent­schei­dend: Wie ver­än­dert sich das sta­tis­ti­sche Risi­ko?

Ver­si­che­rungs- und Kapi­tal­märk­te bewer­ten Risi­ken nicht danach, ob ein ein­zel­ner Som­mer sub­jek­tiv als außer­ge­wöhn­lich emp­fun­den wird. Rele­vant sind lang­fris­ti­ge Daten zu Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit, Scha­den­hö­he und mög­li­cher zukünf­ti­ger Ent­wick­lung.

Genau hier lie­fern meteo­ro­lo­gi­sche und wirt­schaft­li­che Daten eine deut­li­che­re Grund­la­ge.

Was der Deut­sche Wet­ter­dienst über extre­me Hit­ze sagt

Der Deut­sche Wet­ter­dienst unter­such­te bei­spiels­wei­se das Hit­ze­ereig­nis Anfang Juli 2025. Deutsch­land­weit erreich­te die durch­schnitt­li­che Höchst­tem­pe­ra­tur an einem der unter­such­ten Tage rund 35,5 Grad Cel­si­us.

Nach der Attri­bu­ti­ons­ana­ly­se des DWD ist ein sol­ches ein­tä­gi­ges Ereig­nis durch den Kli­ma­wan­del sta­tis­tisch min­des­tens 80-mal wahr­schein­li­cher gewor­den. Ohne mensch­li­chen Ein­fluss wäre ein ver­gleich­ba­res Ereig­nis nach der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung erheb­lich sel­te­ner.

Der DWD kommt außer­dem zu dem Ergeb­nis, dass extre­me Hit­ze­ereig­nis­se in Zukunft wei­ter an Wahr­schein­lich­keit und Inten­si­tät gewin­nen kön­nen.

Damit wird aus einem meteo­ro­lo­gi­schen Trend zuneh­mend ein wirt­schaft­lich kal­ku­lier­ba­res Risi­ko.

Hit­ze kos­tet Pro­duk­ti­vi­tät

Das Umwelt­bun­des­amt weist eben­falls auf erheb­li­che wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen hoher Tem­pe­ra­tu­ren hin. Hit­ze­be­las­tung kann Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und kör­per­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit redu­zie­ren und die Zahl von Feh­lern und Arbeits­un­fäl­len erhö­hen.

Das UBA ver­weist auf Unter­su­chun­gen, nach denen bei hoher Hit­ze­be­las­tung Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen von bis zu zwölf Pro­zent auf­tre­ten kön­nen – abhän­gig von Inten­si­tät, Tätig­keit und Anpas­sungs­mög­lich­kei­ten.

Für die beson­ders hei­ßen Jah­re 2018 und 2019 wur­den direk­te hit­ze­be­ding­te Pro­duk­ti­ons­ein­bu­ßen von ins­ge­samt rund fünf Mil­li­ar­den Euro geschätzt. Zusätz­lich wur­den indi­rek­te Schä­den durch ver­zö­ger­te oder schlech­ter ver­füg­ba­re Vor­leis­tun­gen von meh­re­ren Mil­li­ar­den Euro ange­nom­men.

Die Aus­wir­kun­gen tref­fen ver­schie­de­ne Wirt­schafts­be­rei­che unter­schied­lich stark:

Bereich Mög­li­che Kli­ma­fol­ge Wirt­schaft­li­che Wir­kung
Bau­wirt­schaft Hohe Tem­pe­ra­tu­ren und direk­te Son­nen­ein­strah­lung Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te, mehr Pau­sen, Gesund­heits­ri­si­ken
Land­wirt­schaft Hit­ze und Dür­re Ern­te­aus­fäl­le und stei­gen­de Pro­duk­ti­ons­kos­ten
Indus­trie Hit­ze, Was­ser­man­gel, Lie­fer­ket­ten­pro­ble­me Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­le und höhe­re Küh­lungs­kos­ten
Trans­port Nied­rig­was­ser Begrenz­te Schiffs­ka­pa­zi­tä­ten und höhe­re Logis­tik­kos­ten
Gesund­heits­we­sen Hit­ze­be­las­tung Mehr Behand­lun­gen, Not­fäl­le und Per­so­nal­be­las­tung
Ener­gie Hohe Tem­pe­ra­tu­ren und nied­ri­ge Was­ser­stän­de Mehr Kühl­be­darf und mög­li­che Ein­schrän­kun­gen kon­ven­tio­nel­ler Kraft­wer­ke

Was Kli­ma­wan­del mit Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen zu tun hat

Ver­si­che­run­gen funk­tio­nie­ren über Risi­ko­kal­ku­la­ti­on. Ver­ein­facht gesagt müs­sen die Bei­trä­ge eines Ver­si­cher­ten­kol­lek­tivs lang­fris­tig aus­rei­chen, um Schä­den, Ver­wal­tungs­kos­ten, Rück­stel­lun­gen und Kapi­tal­kos­ten zu finan­zie­ren.

Stei­gen Häu­fig­keit oder durch­schnitt­li­che Höhe ver­si­cher­ter Schä­den dau­er­haft, ver­än­dert sich die­se Kal­ku­la­ti­on.

Das bedeu­tet nicht, dass eine ein­zel­ne Hit­ze­wel­le unmit­tel­bar zu einer Bei­trags­er­hö­hung führt. Rele­vant ist viel­mehr der lang­fris­ti­ge Scha­den­ver­lauf.

Mehr und schwe­re­re Natur­ge­fah­ren­schä­den kön­nen mit­tel­bar stei­gen­den Druck auf Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge erzeu­gen.

Die euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sicht warnt vor stei­gen­den Prä­mi­en

Die euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sicht EIOPA beschäf­tigt sich inten­siv mit die­sem Zusam­men­hang. Sie geht davon aus, dass zuneh­men­de phy­si­sche Kli­ma­ri­si­ken lang­fris­tig höhe­re risi­ko­ba­sier­te Ver­si­che­rungs­prä­mi­en zur Fol­ge haben kön­nen.

EIOPA weist zudem dar­auf hin, dass stei­gen­de Risi­ken mit­tel­fris­tig nicht nur die Prei­se beein­flus­sen. In beson­ders gefähr­de­ten Regio­nen kann auch die Bezahl­bar­keit und Ver­füg­bar­keit von Ver­si­che­rungs­schutz schwie­ri­ger wer­den.

Das ist ein wich­ti­ger Punkt: Die wirt­schaft­li­chen Fol­gen des Kli­ma­wan­dels bestehen nicht nur aus unmit­tel­bar ein­tre­ten­den Schä­den.

Sie kön­nen zusätz­lich wir­ken über:

  • höhe­re Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge,
  • stei­gen­de Selbst­be­tei­li­gun­gen,
  • stren­ge­re Risi­ko­prü­fung,
  • Anfor­de­run­gen an Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men,
  • regio­na­le Tarif­un­ter­schie­de,
  • ver­än­der­te Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und
  • im Extrem­fall ein­ge­schränk­te Ver­si­cher­bar­keit ein­zel­ner Risi­ken.

Natur­ge­fah­ren­schä­den schwan­ken – der lang­fris­ti­ge Trend ist ent­schei­dend

Ein Blick auf ein­zel­ne Ver­si­che­rungs­jah­re kann irre­füh­rend sein. Der GDV mel­de­te für 2025 bei­spiels­wei­se ein ver­gleichs­wei­se mode­ra­tes Natur­ge­fah­ren­jahr. In der Sach­ver­si­che­rung ent­stan­den durch Natur­ge­fah­ren Schä­den von rund 1,4 Mil­li­ar­den Euro.

Allein Sturm und Hagel ver­ur­sach­ten etwa eine Mil­li­ar­de Euro Scha­den.

Der GDV weist zugleich aus­drück­lich dar­auf hin, dass ein­zel­ne ruhi­ge­re Jah­re nicht als lang­fris­ti­ger Trend inter­pre­tiert wer­den soll­ten. Natur­ge­fah­ren­schä­den schwan­ken stark von Jahr zu Jahr.

Für die Kal­ku­la­ti­on von Ver­si­che­rungs­schutz zählt des­halb nicht nur das ver­gan­ge­ne Jahr, son­dern die erwar­te­te Ent­wick­lung der kom­men­den Jahr­zehn­te.

Wie Kli­ma­ri­si­ken mit­tel­bar Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge beein­flus­sen kön­nen

  • Mehr Schä­den: Häu­fi­ge­re Extrem­ereig­nis­se erhö­hen lang­fris­tig die Scha­den­auf­wen­dun­gen.
  • Höhe­re Ein­zel­schä­den: Bau‑, Mate­ri­al- und Repa­ra­tur­kos­ten kön­nen zusätz­lich stei­gen.
  • Mehr Rück­ver­si­che­rungs­kos­ten: Auch Ver­si­che­rer sichern beson­ders gro­ße Risi­ken bei Rück­ver­si­che­rern ab.
  • Neue Risi­ko­mo­del­le: Regio­nen und Gebäu­de wer­den anhand aktu­el­ler Natur­ge­fah­ren­da­ten dif­fe­ren­zier­ter bewer­tet.
  • Prä­ven­ti­ons­an­for­de­run­gen: Schutz­maß­nah­men kön­nen künf­tig stär­ke­ren Ein­fluss auf Preis und Ver­si­cher­bar­keit erhal­ten.
  • Kapi­tal­an­for­de­run­gen: Ver­si­che­rer müs­sen aus­rei­chend Kapi­tal für mög­li­che Groß­schä­den vor­hal­ten.

Kli­ma­an­pas­sung kann auch ver­si­che­rungs­wirt­schaft­lich rele­vant wer­den

Stei­gen­de Risi­ken bedeu­ten nicht zwangs­läu­fig, dass Ver­si­che­run­gen aus­schließ­lich teu­rer wer­den müs­sen. Prä­ven­ti­on kann Schä­den redu­zie­ren.

EIOPA sieht des­halb auch eine Rol­le für Ver­si­che­rer, Anrei­ze für Kli­ma­an­pas­sung zu schaf­fen. Denk­bar sind bei­spiels­wei­se güns­ti­ge­re Kon­di­tio­nen oder ver­bes­ser­te Ver­si­cher­bar­keit, wenn wirk­sa­me Schutz­maß­nah­men umge­setzt wer­den.

Dazu kön­nen abhän­gig vom Risi­ko gehö­ren:

  • Rück­stau- und Hoch­was­ser­schutz,
  • Ent­sie­ge­lung und ver­bes­ser­te Was­ser­auf­nah­me,
  • hit­ze­be­stän­di­ge Gebäu­de­kon­zep­te,
  • Ver­schat­tung und Däm­mung,
  • Sturm- und Hagel­schutz,
  • Begrü­nung von Dach und Grund­stück sowie
  • tech­ni­sche Warn- und Schutz­sys­te­me.

Ver­si­che­rungs­schutz und Kli­ma­an­pas­sung wer­den damit lang­fris­tig stär­ker mit­ein­an­der ver­bun­den sein.

Was die­se Ent­wick­lung mit Kapi­tal­an­la­ge zu tun hat

Die glei­chen Ver­än­de­run­gen, die Ver­si­che­rungs­ri­si­ken erhö­hen, erzeu­gen gleich­zei­tig enor­men Inves­ti­ti­ons­be­darf.

Euro­pa muss Ener­gie­ver­sor­gung, Gebäu­de, Netz­in­fra­struk­tur, Ver­kehr, Indus­trie und Städ­te an eine emis­si­ons­är­me­re und zugleich kli­ma­re­si­li­en­te­re Zukunft anpas­sen.

Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank bezif­fert den zusätz­li­chen Inves­ti­ti­ons­be­darf für die grü­ne Trans­for­ma­ti­on in der EU bis zum Ende die­ses Jahr­zehnts je nach Berech­nung auf jähr­lich rund 2,7 bis 3,7 Pro­zent des EU-Brut­to­in­lands­pro­dukts.

Das sind erheb­li­che Kapi­tal­strö­me.

Wel­che Berei­che von der öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on pro­fi­tie­ren kön­nen

Inves­ti­ti­ons­be­reich War­um Kapi­tal benö­tigt wird Mög­li­che lang­fris­ti­ge Bedeu­tung
Erneu­er­ba­re Ener­gien Aus­bau von Solar- und Wind­ener­gie Dekar­bo­ni­sie­rung und Ener­gie­un­ab­hän­gig­keit
Strom­net­ze Inte­gra­ti­on dezen­tra­ler Strom­erzeu­gung Grund­la­ge der Elek­tri­fi­zie­rung
Ener­gie­spei­cher Aus­gleich schwan­ken­der Strom­erzeu­gung Sta­bi­li­sie­rung erneu­er­ba­rer Ener­gie­sys­te­me
Ener­gie­ef­fi­zi­enz Redu­zie­rung des Ener­gie­ver­brauchs Kos­ten­sen­kung und Emis­si­ons­min­de­rung
Gebäu­de­sa­nie­rung Däm­mung, Küh­lung und moder­ne Heiz­tech­nik Kli­ma­schutz und Anpas­sung an Hit­ze
Was­ser­tech­no­lo­gie Dür­re, Was­ser­knapp­heit und Stark­re­gen Zuneh­men­de Bedeu­tung für Kom­mu­nen und Indus­trie
Kreis­lauf­wirt­schaft Effi­zi­en­te­rer Roh­stoff­ein­satz Redu­zie­rung von Res­sour­cen­ab­hän­gig­kei­ten
Kli­ma­an­pas­sung Schutz vor Hit­ze, Hoch­was­ser und Extrem­wet­ter Wach­sen­der Bedarf durch phy­si­sche Kli­ma­ri­si­ken

Nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren hat Zukunft – aber nicht jedes ESG-Pro­dukt auto­ma­tisch

Aus dem hohen Inves­ti­ti­ons­be­darf folgt nicht, dass jedes Pro­dukt mit den Begrif­fen „ESG“, „grün“ oder „nach­hal­tig“ auto­ma­tisch eine attrak­ti­ve Geld­an­la­ge ist.

Nach­hal­ti­ge Kapi­tal­an­la­gen blei­ben Kapi­tal­an­la­gen. Sie unter­lie­gen Kurs­ri­si­ken, Unter­neh­mens­ri­si­ken, Zins­ri­si­ken, Bewer­tun­gen und wirt­schaft­li­chen Zyklen.

Ein Unter­neh­men kann in einem lang­fris­tig attrak­ti­ven Zukunfts­markt tätig sein und den­noch zu teu­er bewer­tet, schlecht geführt oder wirt­schaft­lich erfolg­los sein.

Die Zukunft nach­hal­ti­ger Invest­ments liegt des­halb nicht im Eti­kett, son­dern in der Qua­li­tät der zugrun­de lie­gen­den Unter­neh­men und Stra­te­gien.

Green­wa­shing bleibt ein wich­ti­ges Risi­ko

Die euro­päi­sche Finanz­auf­sicht ESMA hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ihre Vor­ga­ben für Fonds mit ESG- oder Nach­hal­tig­keits­be­zeich­nun­gen ver­schärft.

Eine Unter­su­chung der Behör­de zeigt, dass die neu­en Leit­li­ni­en bereits erheb­li­che Aus­wir­kun­gen hat­ten. Bei einer Ana­ly­se von Mel­dun­gen gro­ßer euro­päi­scher Ver­mö­gens­ver­wal­ter änder­ten zahl­rei­che Fonds ihre Namen oder pass­ten ihre Invest­ment­po­li­tik an.

Ziel ist eine bes­se­re Über­ein­stim­mung zwi­schen Nach­hal­tig­keits­be­zeich­nung und tat­säch­li­cher Anla­ge­stra­te­gie.

Für Anle­ger bedeu­tet das:

  • Nicht aus­schließ­lich auf den Fonds­na­men ach­ten.
  • Port­fo­lio und Aus­schluss­kri­te­ri­en prü­fen.
  • Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie nach­voll­zie­hen.
  • Bewer­tun­gen und Kos­ten berück­sich­ti­gen.
  • Brei­te Diver­si­fi­ka­ti­on nicht zuguns­ten eines Trends auf­ge­ben.

Kapi­tal hat eine Len­kungs­wir­kung

Nach­hal­ti­ge Geld­an­la­ge besitzt neben der Ren­di­te- und Risi­ko­per­spek­ti­ve eine wei­te­re Dimen­si­on: Kapi­tal ent­schei­det mit dar­über, wel­che Unter­neh­men und Tech­no­lo­gien finan­ziert wer­den.

Inves­ti­tio­nen kön­nen unter ande­rem Kapi­tal bereit­stel­len für:

  • erneu­er­ba­re Ener­gie­er­zeu­gung,
  • Spei­cher­tech­no­lo­gien,
  • Netz­aus­bau,
  • ener­gie­ef­fi­zi­en­te Gebäu­de,
  • emis­si­ons­är­me­re Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren,
  • Was­ser- und Umwelt­tech­no­lo­gien sowie
  • Maß­nah­men zur Anpas­sung an Kli­ma­fol­gen.

Die ESMA bezeich­net Finanz­märk­te aus­drück­lich als wich­ti­gen Bestand­teil der Finan­zie­rung des Über­gangs zu einer nach­hal­ti­ge­ren Wirt­schaft.

Anle­ger kön­nen damit Kapi­tal nicht nur nach Ren­di­te­kri­te­ri­en inves­tie­ren, son­dern zugleich bewusst in wirt­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se len­ken.

War­um Kli­ma­ri­si­ken selbst für klas­si­sche Anle­ger rele­vant sind

Auch wer kei­ner­lei Nach­hal­tig­keits­prä­fe­ren­zen hat, kann Kli­ma­ri­si­ken nicht voll­stän­dig igno­rie­ren.

Phy­si­sche Kli­ma­ri­si­ken kön­nen Unter­neh­men direkt tref­fen:

  • Pro­duk­ti­ons­stät­ten kön­nen beschä­digt wer­den.
  • Lie­fer­ket­ten kön­nen aus­fal­len.
  • Roh­stof­fe und Was­ser kön­nen teu­rer wer­den.
  • Ver­si­che­rungs­kos­ten kön­nen stei­gen.
  • Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät kann sin­ken.

Zusätz­lich exis­tie­ren soge­nann­te Tran­si­ti­ons­ri­si­ken. Dazu gehö­ren neue Tech­no­lo­gien, ver­än­der­te Regu­lie­rung, CO₂-Prei­se und sich wan­deln­de Ver­brau­cher­prä­fe­ren­zen.

Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank berück­sich­tigt sol­che Kli­ma­ri­si­ken inzwi­schen sogar in ihrem eige­nen Risi­ko­ma­nage­ment. Seit 2026 flie­ßen Kli­ma­fak­to­ren in die Bewer­tung bestimm­ter Sicher­hei­ten des Euro­sys­tems ein.

Kli­ma­ri­si­ko wird damit zuneh­mend zu einem klas­si­schen Finanz­ri­si­ko.

Ver­si­che­rung und Kapi­tal­an­la­ge hän­gen stär­ker zusam­men, als vie­le den­ken

Ver­si­che­run­gen und Invest­ments erschei­nen zunächst wie zwei getrenn­te The­men. Tat­säch­lich reagie­ren bei­de auf den­sel­ben fun­da­men­ta­len Wan­del.

Ent­wick­lung Aus­wir­kung auf Ver­si­che­run­gen Aus­wir­kung auf Invest­ments
Mehr Extrem­wet­ter Höhe­re erwar­te­te Schä­den Risi­ken für Unter­neh­men und Immo­bi­li­en
Kli­ma­an­pas­sung Prä­ven­ti­on kann Schä­den redu­zie­ren Inves­ti­ti­ons­chan­cen in Infra­struk­tur und Tech­no­lo­gie
Ener­gie­wen­de Neue tech­ni­sche Risi­ken müs­sen ver­si­chert wer­den Hoher Kapi­tal­be­darf für Net­ze, Spei­cher und Erzeu­gung
Regu­lie­rung Neue Anfor­de­run­gen an Risi­ko­mo­del­le Tran­si­ti­ons­ri­si­ken und neue Geschäfts­mo­del­le
Stei­gen­de Sach­wer­te Höhe­re mög­li­che Scha­den­hö­hen Inves­ti­tio­nen in resi­li­en­te Tech­no­lo­gien wer­den wich­ti­ger

Zitat­fä­hi­ge Kern­aus­sa­gen

  • Kli­ma­wan­del ist längst nicht nur ein Umwelt­ri­si­ko, son­dern zuneh­mend ein wirt­schaft­li­ches und ver­si­che­rungs­tech­ni­sches Risi­ko.
  • Nicht ein ein­zel­ner Hit­ze­som­mer ent­schei­det über Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, son­dern die lang­fris­ti­ge Ver­än­de­rung von Scha­den­häu­fig­keit und Scha­den­hö­he.
  • Die euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sicht erwar­tet, dass stei­gen­de phy­si­sche Kli­ma­ri­si­ken lang­fris­tig zu höhe­ren risi­ko­ba­sier­ten Ver­si­che­rungs­prä­mi­en füh­ren kön­nen.
  • Die Kli­ma­trans­for­ma­ti­on benö­tigt enor­me Kapi­tal­men­gen – dar­aus ent­ste­hen lang­fris­ti­ge Inves­ti­ti­ons­fel­der.
  • Nach­hal­ti­ge Geld­an­la­ge hat struk­tu­rel­le Zukunfts­trei­ber, aber kei­ne auto­ma­ti­sche Ren­di­te­ga­ran­tie.
  • Kli­ma­ri­si­ken wer­den zuneh­mend zu klas­si­schen Finanz­ri­si­ken und gehö­ren des­halb in pro­fes­sio­nel­le Anla­ge­ent­schei­dun­gen.

Was Ver­si­che­rungs­neh­mer jetzt kon­kret tun soll­ten

1. Natur­ge­fah­ren­schutz über­prü­fen

Prü­fen Sie bei Wohn­ge­bäu­de- und Haus­rat­ver­si­che­rung, wel­che Natur­ge­fah­ren tat­säch­lich ein­ge­schlos­sen sind. Sturm und Hagel bedeu­ten nicht auto­ma­tisch Schutz gegen Über­schwem­mung, Stark­re­gen oder Rück­stau.

2. Ver­si­che­rungs­sum­men aktu­ell hal­ten

Stei­gen­de Bau- und Repa­ra­tur­kos­ten kön­nen dazu füh­ren, dass älte­re Ver­si­che­rungs­kon­zep­te nicht mehr opti­mal zum heu­ti­gen Wert der Immo­bi­lie pas­sen.

3. Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men berück­sich­ti­gen

Rück­stau­si­che­rung, Hoch­was­ser­schutz, Dach­kon­trol­le und wei­te­re Anpas­sungs­maß­nah­men kön­nen Schä­den ver­mei­den und künf­tig auch für die Ver­si­cher­bar­keit wich­ti­ger wer­den.

4. Ver­trä­ge regel­mä­ßig über­prü­fen

Natur­ge­fah­ren­mo­del­le, Tarif­ge­ne­ra­tio­nen und Leis­tungs­um­fän­ge ver­än­dern sich. Ein Ver­trag, der vor vie­len Jah­ren aus­rei­chend war, muss heu­te nicht mehr opti­mal sein.

Was Anle­ger jetzt kon­kret tun soll­ten

1. Kli­ma­ri­si­ken als Finanz­ri­si­ken ver­ste­hen

Prü­fen Sie bei lang­fris­ti­gen Invest­ments, wie stark Unter­neh­men von Hit­ze, Was­ser­knapp­heit, Extrem­wet­ter und regu­la­to­ri­schen Ver­än­de­run­gen betrof­fen sein kön­nen.

2. Nach­hal­tig­keit nicht mit einem Label ver­wech­seln

Ein ESG- oder Nach­hal­tig­keits­be­griff ersetzt kei­ne Ana­ly­se von Geschäfts­mo­dell, Bewer­tung, Kos­ten und Risi­ken.

3. Zukunfts­be­rei­che breit diver­si­fi­ziert nut­zen

Erneu­er­ba­re Ener­gien, Net­ze, Spei­cher, Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Was­ser­tech­no­lo­gien und Kli­ma­an­pas­sung besit­zen lang­fris­ti­ge struk­tu­rel­le Wachs­tums­trei­ber. Ein­zel­un­ter­neh­men kön­nen den­noch schei­tern.

4. Trans­for­ma­ti­on statt nur Aus­schluss betrach­ten

Nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren kann auch bedeu­ten, Unter­neh­men zu finan­zie­ren, die ihre Geschäfts­mo­del­le glaub­wür­dig und mess­bar trans­for­mie­ren.

5. Green­wa­shing kri­tisch prü­fen

Nach­hal­tig­keits­zie­le, tat­säch­li­che Port­fo­lio­zu­sam­men­set­zung und Bericht­erstat­tung soll­ten nach­voll­zieh­bar sein.

Fazit: Kli­ma­wan­del wird zur wirt­schaft­li­chen Rea­li­tät

Über die genaue Höhe ein­zel­ner Kli­ma­schä­den kann dis­ku­tiert wer­den. Die Green­peace-Schät­zung von 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro für den Extrem­som­mer 2026 ist eine modell­ba­sier­te Berech­nung und soll­te ent­spre­chend ein­ge­ord­net wer­den.

Die wesent­lich wich­ti­ge­re Erkennt­nis reicht jedoch weit über die­se ein­zel­ne Zahl hin­aus. Unab­hän­gi­ge Daten und Ana­ly­sen zei­gen, dass extre­me Hit­ze häu­fi­ger wird und wirt­schaft­li­che Fol­gen ver­ur­sacht.

Für Ver­si­che­rer bedeu­tet dies stei­gen­de und kom­ple­xe­re Risi­ken. Mit­tel- und lang­fris­tig kann das Aus­wir­kun­gen auf Bei­trä­ge, Selbst­be­tei­li­gun­gen, Prä­ven­ti­ons­an­for­de­run­gen und die Ver­füg­bar­keit von Ver­si­che­rungs­schutz haben.

Für Anle­ger ent­steht gleich­zei­tig eine ande­re Per­spek­ti­ve: Die Trans­for­ma­ti­on hin zu einer kli­ma­freund­li­che­ren und resi­li­en­te­ren Wirt­schaft benö­tigt enor­me Inves­ti­tio­nen.

Nach­hal­ti­ge Kapi­tal­an­la­ge ist des­halb nicht nur eine Wer­te­fra­ge. Sie kann eine stra­te­gi­sche Ant­wort auf einen tief­grei­fen­den wirt­schaft­li­chen Struk­tur­wan­del sein.

Dabei gilt jedoch: Nach­hal­tig bedeu­tet nicht auto­ma­tisch ren­ta­bel. Ent­schei­dend blei­ben Diver­si­fi­ka­ti­on, Qua­li­tät, Kos­ten, Bewer­tung und eine kri­ti­sche Prü­fung der tat­säch­li­chen Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie.

Möch­ten Sie Ihren Ver­si­che­rungs­schutz auf zuneh­men­de Natur­ge­fah­ren über­prü­fen oder nach­hal­ti­ge Kapi­tal­an­la­gen sinn­voll in Ihre Ver­mö­gens­pla­nung inte­grie­ren?
Dann lohnt sich eine indi­vi­du­el­le Betrach­tung von Risi­ken, bestehen­dem Ver­si­che­rungs­schutz und lang­fris­ti­ger Anla­ge­stra­te­gie.

Ger­ne unter­stüt­ze ich Sie dabei, bestehen­de Ver­si­che­run­gen auf mög­li­che Deckungs­lü­cken zu prü­fen und nach­hal­ti­ge Invest­ment­stra­te­gien sach­lich und stra­te­gisch ein­zu­ord­nen. Kon­tak­tie­ren Sie mich für eine unver­bind­li­che Bera­tung.

Mit bes­ten Grü­ßen
Chris­ti­an Ulrich LL.B., M.A.

Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen

Hin­weis: Die Green­peace-Zahl von 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro ist eine modell­ba­sier­te Schät­zung und kei­ne amt­li­che abschlie­ßen­de Scha­dens­bi­lanz. Aus­sa­gen zu zukünf­ti­gen Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen beschrei­ben mög­li­che mit­tel- und lang­fris­ti­ge Wir­kungs­me­cha­nis­men; kon­kre­te Bei­trags­ent­wick­lun­gen hän­gen unter ande­rem von Scha­den­ver­lauf, Regi­on, Tarif, Rück­ver­si­che­rung, Bau­kos­ten und Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men ab. Aus­sa­gen zu nach­hal­ti­gen Kapi­tal­an­la­gen stel­len kei­ne Ren­di­te­ga­ran­tie oder Anla­ge­emp­feh­lung für ein bestimm­tes Pro­dukt dar.

FAQ: Kli­ma­schä­den, Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und nach­hal­ti­ge Geld­an­la­ge

Hat der Hit­ze­som­mer 2026 wirk­lich 36 Mil­li­ar­den Euro gekos­tet?

Green­peace schätzt die volks­wirt­schaft­li­chen Kos­ten auf min­des­tens 36 Mil­li­ar­den bezie­hungs­wei­se ins­ge­samt etwa 36 bis 42 Mil­li­ar­den Euro. Dabei han­delt es sich um eine modell­ba­sier­te Schät­zung, die unter ande­rem Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te, Gesund­heits­kos­ten, Dür­re und Nied­rig­was­ser berück­sich­tigt. Es ist kei­ne amt­li­che abschlie­ßen­de Scha­dens­bi­lanz.

Wer­den Ver­si­che­run­gen wegen des Kli­ma­wan­dels teu­rer?

Nicht jede Hit­ze­wel­le führt unmit­tel­bar zu höhe­ren Bei­trä­gen. Stei­gen Scha­den­häu­fig­keit und Scha­den­hö­he jedoch lang­fris­tig, kön­nen risi­ko­ba­sier­te Bei­trä­ge stei­gen. Die euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sicht EIOPA erwar­tet die­sen Effekt bei zuneh­men­den phy­si­schen Kli­ma­ri­si­ken grund­sätz­lich.

Wel­che Ver­si­che­run­gen sind beson­ders von Kli­ma­ri­si­ken betrof­fen?

Beson­ders rele­vant sind Wohngebäude‑, Hausrat‑, Kfz‑, land­wirt­schaft­li­che und gewerb­li­che Sach­ver­si­che­run­gen sowie Natur­ge­fah­ren­de­ckun­gen. Je nach Risi­ko kön­nen auch Betriebs­un­ter­bre­chungs- und Trans­port­ver­si­che­run­gen betrof­fen sein.

War­um kön­nen Natur­ge­fah­ren­schä­den trotz eines ruhi­gen Jah­res lang­fris­tig stei­gen?

Natur­ge­fah­ren­schä­den schwan­ken erheb­lich. Ein ein­zel­nes Jahr sagt daher wenig über den lang­fris­ti­gen Trend aus. Ver­si­che­rer kal­ku­lie­ren auf Basis län­ge­rer Scha­den­rei­hen und zukünf­ti­ger Risi­ko­mo­del­le.

Hat nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren wirt­schaft­lich Zukunft?

Die öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on benö­tigt erheb­li­che Inves­ti­tio­nen in Ener­gie, Net­ze, Spei­cher, Gebäu­de, Indus­trie und Kli­ma­an­pas­sung. Dar­aus ent­ste­hen lang­fris­ti­ge wirt­schaft­li­che Chan­cen. Eine posi­ti­ve Ent­wick­lung ein­zel­ner nach­hal­ti­ger Invest­ments ist den­noch nicht garan­tiert.

Wel­che nach­hal­ti­gen Bran­chen könn­ten lang­fris­tig pro­fi­tie­ren?

Zu den struk­tu­rell rele­van­ten Berei­chen gehö­ren erneu­er­ba­re Ener­gien, Strom­net­ze, Ener­gie­spei­cher, Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Was­ser­tech­no­lo­gie, Kreis­lauf­wirt­schaft, Gebäu­de­sa­nie­rung und Kli­ma­an­pas­sung.

Ist ein ESG-Fonds auto­ma­tisch nach­hal­tig?

Nein. Anle­ger soll­ten die tat­säch­li­che Anla­ge­stra­te­gie, Aus­schluss­kri­te­ri­en, Port­fo­lio­zu­sam­men­set­zung und Nach­hal­tig­keits­zie­le prü­fen. Die euro­päi­sche Finanz­auf­sicht ESMA hat ihre Anfor­de­run­gen an Fonds mit ESG- und Nach­hal­tig­keits­be­zeich­nun­gen ver­schärft.

Sind nach­hal­ti­ge Invest­ments auto­ma­tisch ren­ta­bler?

Nein. Nach­hal­ti­ge Invest­ments unter­lie­gen den­sel­ben grund­le­gen­den Kapi­tal­markt­ri­si­ken wie ande­re Anla­gen. Zukunfts­trends kön­nen Chan­cen schaf­fen, erset­zen aber kei­ne Prü­fung von Bewer­tung, Geschäfts­mo­dell, Kos­ten und Diver­si­fi­ka­ti­on.

Tags: Arbeitsproduktivität, Berichterstattung, Deutsche Wetterdienst, Dürre, DWD, EIOPA, Energieversorgung, ESMA, Extremwetter, EZB, Finanzmärkte, Gesundheit, Gesundheitskosten, Greenpeace, Greenwashing, Hitze, Hitzewellen, Infrastruktur, Klimaanpassung, Klimarisiken, Klimawandel, Landwirtschaft, Nachhaltige Geldanlage, nachhaltige Investments, Nachhaltigkeitsziele, Niedrigwasser, ökologische Transformation, Portfoliozusammensetzung, Produktivitätsverluste, Risikokalkulation, Sachschäden, Transport

Wei­te­re Infos

Berufs­rechts­schutz für Ange­stell­te: War­um eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung unver­zicht­bar ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

nachhaltig. transparent. erklärt.