Finanzierungen

Rich­tig güns­tig die eige­ne Immo­bi­lie finan­zie­ren: So gehts!

Bereits Ende 2016 hat der Gesetz­ge­ber mit eini­gen Ände­run­gen der Wohn­im­mo­bi­li­en­richt­li­nie die Ver­ga­be von Kre­di­ten erleich­tert und ins­ge­samt ver­brau­cher­freund­li­cher gestal­tet. Mit Zustim­mung des Bun­des­tags im Mai 2017 sind die­se Vor­ga­ben nun gesetz­lich ver­an­kert. Was die­se Ände­run­gen für Sie bedeu­ten und wie Sie den Traum vom eige­nen Heim güns­tig ver­wirk­li­chen kön­nen, möch­te ich heu­te im Detail erklä­ren.

Was hat sich geän­dert?

Zunächst müs­sen Kre­dit­ge­ber prü­fen, ob ihr poten­ti­el­ler Kre­dit­neh­mer auch zah­lungs­fä­hig ist. Mit die­ser Maß­nah­me soll ver­mie­den wer­den, dass Sie sich auf einen Kre­dit­ver­trag ein­las­sen dür­fen, den Sie womög­lich nicht erfül­len kön­nen – ange­sichts der umfang­rei­chen Risi­ken und Ver­pflich­tun­gen, die ein sol­cher Kre­dit mit sich bringt, stärkt die­se Maß­nah­me bei­de Ver­trags­part­ner. Ohne eine gründ­li­che Prü­fung Ihrer per­sön­li­chen und finan­zi­el­len Situa­ti­on kann es des­halb nicht mehr zur Ver­ga­be eines Immo­bi­li­en­kre­dits kom­men. Außer­dem muss eine sol­che Prü­fung auch bei einer Null-Pro­zent-Finan­zie­rung erfol­gen, die seit der neu­en Richt­li­nie übri­gens erst­mals mit einem Wider­rufs­recht aus­ge­stat­tet ist.

Eben­falls im Sin­ne des Ver­brau­cher­schut­zes ist das neu ein­ge­führ­te Ver­bot von Ver­trä­gen, die den Kre­dit zwang­haft an zusätz­li­che Dienst­leis­tun­gen wie Spar­bü­cher oder Ver­si­che­run­gen kop­peln. Ver­brau­cher­re­le­van­te Ange­bo­te wie Ries­ter-Spar­ver­trä­ge sind aller­dings wei­ter­hin erlaubt.

Wann gibt es nun die bes­ten Kon­di­tio­nen?

Bevor Sie sich in die umfang­rei­che Welt der Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung stür­zen, soll­ten Sie sich mit drei wich­ti­gen Aspek­ten eines Kre­dit­ver­tra­ges vertaut machen. Hier ste­hen beson­ders drei Fra­gen im Raum:

  • Wie viel Eigen­ka­pi­tal müs­sen Sie übli­cher­wei­se auf­brin­gen – lässt sich ein hoher Eigen­an­teil ver­mei­den?
  • Was meint der Kre­dit­ge­ber mit “Belei­hungs­wert” und wie wird die­ser ermit­telt? und…
  • …was ist der Sinn hin­ter dem “Belei­hungs­aus­lauf”, einem Quo­ti­en­ten, der das Zusam­men­spiel zwi­schen nöti­gem Fremd­ka­pi­tal und Belei­hungs­wert beschreibt?

Anschlie­ßend möch­te ich auf die Fra­ge der lan­gen oder kur­zen Soll­zins­bin­dung ein­ge­hen.

Eigen­fi­nan­zie­rung oder zu 100% fremd finan­zie­ren?

Übli­cher­wei­se ver­lan­gen Ban­ken für die Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung einen Eigen­ka­pi­tal­an­teil von 20 bis 30 Pro­zent. Weil dar­an gera­de jun­ge Fami­li­en oft schei­tern, exis­tiert zudem die Voll­fi­nan­zie­rung, auch 100% Finan­zie­rung genannt. Die­se hat den Vor­teil, dass Ihr Eigen­heim prak­tisch sofort Rea­li­tät wird, aller­dings über­nimmt die Bank ein hohes Risi­ko und wird sich dem­entspre­chend ihr Geld über ver­gleichs­wei­se höhe­re Zin­sen zurück­ho­len. Nor­ma­ler­wei­se wer­den der­ar­ti­ge 100%-Finanzierungen des­halb nur ver­ge­ben, wenn der Kun­de über ein soli­des, regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men ver­fügt.

Belei­hungs­wert

Der soge­nann­te Belei­hungs­wert ist eine wich­ti­ge Varia­ble beim Auf­set­zen eines Immo­bi­li­en­kre­dits. Vor der Kre­dit­ver­ga­be steht in der Regel eine Prü­fung des Immo­bi­li­en­wer­tes um fest­zu­stel­len, ob die Immo­bi­lie im Fall einer Zah­lungs­un­fä­hig­keit den Kre­dit­wert stem­men kann, zum Bei­spiel durch eine Ver­stei­ge­rung. Der Belei­hungs­wert muss den Wert der Immo­bi­lie über die gesam­te Dau­er der Finan­zie­rung abde­cken kön­nen und liegt im Schnitt bei 80 bis 90% des momen­ta­nen Ver­kaufs­wer­tes unter Berück­sich­ti­gung der aktu­el­len Markt­ver­hält­nis­se. Die Dif­fe­renz zwi­schen Ver­kaufs­wert und Belei­hungs­wert wird als “Sicher­heits­ab­schlag” bezeich­net. Kurz gesagt: Der Belei­hungs­wert ist der Betrag, bis zu dem die Bank zur Finan­zie­rung bereit ist.

Belei­hungs­aus­lauf

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fak­tor ist der Belei­hungs­aus­lauf. Er beschreibt, zu wie viel Pro­zent die Immo­bi­lie tat­säch­lich belie­hen wird und basiert auf einer simp­len For­mel:

Belei­hungs­aus­lauf = (Kapi­ta­li­sier­ba­re Vor­las­ten + eige­nes Dar­le­hen) / Belei­hungs­wert

An einem kon­kre­ten Bei­spiel erklärt: Sie haben einen Finan­zie­rungs­be­darf über 150.000 Euro bei einem Ver­kaufs­wert von 350.000 Euro. Liegt der Sicher­heits­ab­schlag bei 10%, wären Sie also bei einem Belei­hungs­wert von 350.000 – 35.000 = 315.000 Euro. Ihr Finan­zie­rungs­be­darf rela­tiv zu die­sem Wert wäre nach der obi­gen For­mel nun:

150.000 Euro / 315.000 Euro = ~48%

Zu die­sen 48% wür­den Sie die Immo­bi­lie dem­nach belei­hen. Die­ser Wert ist ins­be­son­de­re auch für das Zins­maß wich­tig, da Ban­ken bei nied­ri­ge­rem Belei­hungs­aus­lauf – und damit bei poten­ti­ell gerin­ge­rem Risi­ko – eher mit einem nied­ri­gen Zins­satz han­tie­ren. Dage­gen kann der Kre­dit bei einem hohen Belei­hungs­aus­lauf bzw. hohem Risi­ko sehr teu­er oder womög­lich abge­lehnt wer­den.

Bau­spa­ren: Las­sen Sie sich nicht aus­trick­sen

Bau­spar­ver­trä­ge sind spä­tes­tens seit der Nach­kriegs­zeit tief in der deut­schen Tra­di­ti­on ver­an­kert, obwohl das Geschäfts­mo­dell bes­ten­falls frag­wür­dig ist. Noch heu­te lagern Mil­li­ar­den­wer­te in Baupar­ver­trä­gen, von denen sich vie­le nach kur­zer Berech­nung als Fehl­zün­dung ent­pup­pen. Effek­ti­ve Ver­mö­gens­bil­dung sieht anders aus.

Kur­ze oder lan­ge Soll­zins­bin­dung?

An der Soll­zins­bin­dung schei­den sich die Geis­ter. Das Prin­zip ist sim­pel: Sie bin­den sich über einen lan­gen oder kur­zen Zeit­raum an ein bestimm­tes Zins­ni­veau und genies­sen poten­ti­ell den Vor­teil, dass Ihre Zin­sen unter dem aktu­el­len Markt­zins lie­gen. Nach­tei­lig wird es natür­lich dann, wenn sich der aktu­el­le Zins­satz unter dem fest­ge­leg­ten Niveau bewegt – in die­sem Fall zah­len Sie mehr als ande­re. Gene­rell ist die Idee einer Zins­bin­dung gut, weil Sie so vor dem stän­di­gen Auf und Ab der Zins­schwan­kun­gen geschützt sind. Bei einer unbe­grenz­ten tages­ak­tu­el­len Zins­bin­dung könn­ten sonst star­ke Preis­be­we­gun­gen in die eine oder ande­re Rich­tung sehr schnell teu­er wer­den.

Im Grund­satz liegt eine kur­ze Soll­zins­bin­dung nahe, wenn Sie davon aus­ge­hen kön­nen, dass der Zins­satz bald sin­ken wird. In die­sem Fall rech­nen Sie damit, dass Ihr Zins­satz nach einem vor­ab fest­ge­leg­ten kur­zen Zeit­raum an das hof­fent­lich nied­ri­ge­re Zins­ni­veau ange­gli­chen wird. Falls Sie aller­dings davon aus­ge­hen, dass sich der Zins­satz bereits jetzt auf einem sehr nied­ri­gen Niveau bewegt und in Zukunft eher stei­gen wird, lohnt sich eine Bin­dung für län­ge­re Zeit. Beach­ten Sie aller­dings: Die Bank lässt sich die­se Art der Bin­dung in der Regel mit einem Zins­auf­schlag bezah­len, der mit stei­gen­der Lauf­zeit immer teu­rer wird. Das The­ma Soll­zins­bin­dung habe ich in die­sem Arti­kel etwas genau­er unter die Lupe genom­men. Natür­lich gehe ich auf die­se und ähn­li­che The­ma­ti­ken auch in einem per­sön­li­chen Gespräch ger­ne ein.

Ihr indi­vi­du­el­ler Finan­zie­rungs­plan

Die­se Vor­tei­le erwar­ten Sie, wenn Sie Ihre Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung mit mir bespre­chen möch­ten,

Pro­fes­sio­nel­le Tech­nik

  • alles aus einer Hand: Ange­bo­te und Til­gungs­plä­ne, Bera­tung zu Ihrer Finan­zie­rung und Soll­zins­bin­dung

Brei­ter Markt­zu­gang

  • Zugriff auf ban­ken­un­ab­hän­gi­gen Finanz­markt­platz
  • Zugang zu mehr als 200 Pro­dukt­ge­bern
  • Berück­sich­ti­gung regio­na­ler Insti­tu­te
  • Berück­sich­ti­gung von KfW-Kre­di­ten

Für wei­te­re Fra­gen hin­ter­las­sen Sie mir bit­te am Ende des Bei­trags einen Kom­men­tar oder Sie ver­ein­ba­ren direkt ein kos­ten­frei­es Erst­ge­spräch. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich per Direkt­nach­richt (oder Mit­tels Kon­takt­for­mu­lar) mit mir in Ver­bin­dung set­zen.

In jedem Fall erhal­ten Sie schnellst mög­lich eine Ant­wort von mir.

Mit den bes­ten Grü­ßen
Chris­ti­an Ulrich LL.B., M.A.

Tags: Baufinanzierung, Bausparen, Beleihungsauslauf, Beleihungswert, Immobilienfinanzierung, Prolongation, Sollzinsbindung, Umschuldung

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